Gegen Vorurteile in den Medien

Warum sieht man
uns so negativ
oder gar nicht?

 

Immer öfter beklagen sich ältere Menschen über Medien. Es geht um Vorurteile, Stereotypen und fehlendes Interesse. Der Landesobmann des Steirischen Seniorenbundes Bundesrat Ernest Schwindsackl will zu diesem Thema Maßnahmen setzen. Auch solche der positiven Art.

„Nichts und niemand hat heute so starken Einfluss auf die Menschen wie Medien aller Art. Sie prägen die allgemeine Wahrnehmung vom Älterwerden und beeinflussen damit auch stark, wie in unserer Gesellschaft mit dem Alter umgegangen wird. Das hat gravierende Auswirkungen auf jeden von uns, denn eine positive Einstellung dazu ist nachweislich sogar mit einer höheren Lebenserwartung verbunden!“ Damit erklärt Ernest Schwindsackl, warum er nicht länger hinnehmen will, dass „nicht wenige Medien zu diesem so wichtigen Thema merkwürdige Stereotypen und Vorurteile verbreiten und manche ein eigenartiges Desinteresse zeigen“. Der Landesobmann kann zu Letzterem auch aus eigener Erfahrung sprechen: „Mit unseren Anliegen und Botschaften wird sehr unterschiedlich umgegangen. Wir wissen mittlerweile schon, wer sie konsequent ignoriert oder wer sie wertschätzend zur Kenntnis nimmt und entsprechend darüber berichtet.“

 

Ernest Schwindsackl bringt dieses Problem auf den Punkt: “Wir sind damit konfrontiert, dass jene, die eigentlich die wichtigsten Partner im Kampf gegen die Altersdiskriminierung sein sollten, teilweise auch selbst diskriminieren.“ Und er will gegensteuern: „Wir müssen dieses Thema unbedingt wissenschaftlich aufarbeiten lassen, wie das etwa in Deutschland geschieht. Dort kann man mit Zahlen und Fakten belegen, dass die ältere Generation in der Berichterstattung stark unterrepräsentiert ist und dass diese in der Regel in negativem Kontext erfolgt. In Relation zum Bevölkerungsanteil müsste es, wurde festgestellt, um das Siebenfache mehr Berichterstattung geben. Ich zweifle nicht daran, dass die Situation bei uns sehr ähnlich ist!“

 

Ebenso problematisch ist für Schwindsackl das leider viel zu oft negative Altersbild in den Medien. Vor allem eigenartige journalistische Wertungen empören den Landesobmann des Seniorenbundes: „Zum Beispiel bei Verkehrsunfällen liest man häufig über hohes Alter von Verursachern in Titeln und Überschriften. Man signalisiert damit, dass es da einen Zusammenhang mit dem Geschehenen gibt – was aber meistens nicht der Fall ist. Gegen solche falschen Vorverurteilungen müssen wir uns zur Wehr setzen!“

 

Ernest Schwindsackl will gegen die „mediale Altersdiskriminierung“ in mehreren Richtungen aktiv werden. Er plant, wie schon gesagt, Forschungsarbeiten dazu zu initiieren, hat vor, verstärkt persönliche Gespräche mit Journalistinnen und Journalisten zu führen und möchte vor allem ein ganz besonderes Zeichen setzen: „Wir wollen nicht nur kritisieren, sondern auch motivieren. Daher reaktivieren wir für die Steiermark eine österreichweite Seniorenbund-Idee, die bis zum Jahr 2019 sowohl positive wie auch negative Beispiele in Sachen Darstellung älterer Menschen vor den Vorhang holte. Die steirische Initiative soll nun nur Lob für vorbildliche Medienschaffende aussprechen. Sie bekommen in den beiden Kategorien elektronische und Print-Medien jeweils die „Goldene Füllfeder“ verliehen – ein Schreibgerät, das vor 140 Jahren erfunden worden ist und bis heute damit brilliert, dass es absolut zeitlos ist. Womit sie besonders gut zu uns passt!“

 

Zitat
Medien prägen die allgemeine Wahrnehmung vom Älterwerden und beeinflussen damit auch stark, wie in unserer Gesellschaft mit dem Alter umgegangen wird. Das hat gravierende Auswirkungen auf jeden von uns.“

Bundesrat Ernest Schwindsackl, Landesobmann des Steirischen Seniorenbundes