Ob Öffis, Kultur oder Kurse – viele ältere Menschen kommen mit ihrer Pension kaum über die Runden, zahlen aber dennoch für Leistungen den vollen Preis. Der Steirische Seniorenbund fordert jetzt klare, einheitliche und sozial gerechte Ermäßigungen für Senior:innen. Für Landesobmann Bundesrat Ernest Schwindsackl geht es nicht um freundliche Gesten, sondern um soziale Verantwortung – gerade in Zeiten anhaltender Teuerung.
Ermäßigungen sind für viele Senior:innen essenziell, um den Alltag finanzieren zu können – gerade bei kleinen Pensionen. Aktuell sind sie jedoch oft uneinheitlich geregelt und schwer durchschaubar. „Das führt zu Verwirrung und ungerechter Benachteiligung“, kritisiert Bundesrat Ernest Schwindsackl, Landesobmann des Steirischen Seniorenbundes. Besonders problematisch: Die Altersgrenzen für Vergünstigungen schwanken teils um bis zu zehn Jahre – etwa zwischen der Grazer Senior:innen-Card (ab 55) und der ÖBB-Vorteilscard Senior (erst ab 65).
Mobilität mit Hindernissen
Diese Hürden erschweren vielen älteren Menschen den Zugang zu günstiger Mobilität sowie zu sozialen, kulturellen und gesundheitsbezogenen Angeboten. Besonders kritisch sieht Schwindsackl die auf 65 Jahre angehobene Altersgrenze der ÖBB-Vorteilscard: „Wenn das faktische Pensionsantrittsalter bei rund 60 Jahren liegt, aber Ermäßigungen erst ab 65 gelten, ist das schlicht diskriminierend.“ Verstärkt wird dieses Problem dadurch, dass ältere Menschen in der Steiermark Ermäßigungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln nur bekommen, wenn sie eine ÖBB-Vorteilscard besitzen, für die eine Jahresgebühr von 29 Euro bezahlt und ein Lichtbildausweis gezeigt werden muss. Das müsste, so Schwindsackl, dringend entkoppelt werden.
Schließlich sei eine funktionierende soziale Teilhabe eng an bezahlbare Angebote geknüpft, betont Schwindsackl: „Ermäßigungen sind keine Gefälligkeiten – sie sind Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung.“

Maßnahmen gefordert
Der Seniorenbund fordert daher ein umfassendes Maßnahmenpaket: einheitliche Altersgrenzen, eine stärkere Ausweitung auf kostenintensive Lebensbereiche wie Gesundheit, Energie und Bildung sowie deutliche Rabatte im Kulturbereich. Denn gerade ältere Menschen zählen hier zur tragenden Besuchergruppe – und verdienen fairen Zugang.
Um praktikable und sozial gerechte Lösungen zu erreichen, will der Steirische Seniorenbund auch das Gespräch mit öffentlichen und privaten Anbietern suchen. Schwindsackl abschließend: „Was Senior:innen nützt, stärkt auch die heimische Wirtschaft – das ist keine Belastung, sondern eine Investition in Lebensqualität.“