Warnung vor weiteren Belastungen der Seniorinnen und Senioren – 8,5 Milliarden Euro ehrenamtliche Leistung stehen auf dem Spiel.
„Wenn weiter bei Pensionen gekürzt wird, muss auch das Ehrenamt überdacht werden“, so Landesobmann Schwindsackl.
Mit scharfen Worten wendet sich der Steirische Seniorenbund gegen die im Zuge der Budgetverhandlungen diskutierten weiteren Pensionsdeckelungen. „Ingrid Korosec hat es auf den Punkt gebracht: Die Pensionisten sind nicht der Bankomat der Nation. Diese Botschaft gilt auch für die Steiermark“, erklärt Landesobmann und Bundesrat Ernest Schwindsackl entschieden.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Bereits jetzt leisten Österreichs Pensionistinnen und Pensionisten einen „Mammut-Beitrag“ von 8,4 Milliarden Euro zur Budgetsanierung – durch gedeckelte Pensionsanpassungen, höhere Krankenversicherungsbeiträge und Änderungen bei Korridorpension und Teilpension. „Acht von neun Pensionsanpassungen in den vergangenen Jahren wurden gedeckelt. Das bedeutet für viele Menschen realen Kaufkraftverlust, gerade in Zeiten anhaltender Teuerung“, so Schwindsackl.
Unbezahlt, aber unbezahlbar – das Ehrenamt der Senioren
Besonders brisant wird die Diskussion um weitere Kürzungen vor dem Hintergrund der enormen ehrenamtlichen Leistungen, die Österreichs Seniorinnen und Senioren erbringen. Rund 51 Prozent der 60- bis 69-Jährigen, 41 Prozent der 70- bis 79-Jährigen und noch 25 Prozent der über 80-Jährigen sind ehrenamtlich tätig.
„Diese Menschen leisten einen volkswirtschaftlichen Beitrag von 8,5 Milliarden Euro jährlich: 2,5 Milliarden durch klassisches Ehrenamt und 6 Milliarden durch Angehörigenpflege und Freiwilligenarbeit. Über 80 Prozent der gesamten ehrenamtlichen Arbeit in Österreich wird von Senioren geleistet“, rechnet Schwindsackl vor.
„Man kann nicht immer nur nehmen“
Der Landesobmann des Steirischen Seniorenbundes denkt angesichts der anhaltenden Belastungen laut darüber nach, welche Konsequenzen weitere Kürzungen haben müssen: „Wir müssen offen darüber reden: Wenn der Staat unsere Pensionistinnen und Pensionisten immer weiter zur Kasse bittet, gleichzeitig aber deren unbezahlbare Leistung für die Gesellschaft selbstverständlich in Anspruch nimmt, dann passt etwas grundlegend nicht zusammen. Man kann nicht immer nur nehmen.“
Konkret stellt Schwindsackl in den Raum, dass bei weiteren Pensionskürzungen auch eine Einschränkung ehrenamtlicher Tätigkeiten überdacht werden müsse: „Unsere Seniorinnen und Senioren engagieren sich in der Angehörigenpflege, betreuen ihre Enkel, sind aktiv in Sportvereinen, Kulturinitiativen, karitativen Organisationen und Blaulichtorganisationen. Allein beim Steirischen Seniorenbund sind getreu dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ 2.434 Funktionärinnen und Funktionäre aktiv. Sie alle halten unser Gemeinwesen mit am Laufen. Wenn man diese Menschen finanziell immer weiter unter Druck setzt, darf man sich nicht wundern, wenn sie sich fragen, ob sie sich dieses Engagement noch leisten können und wollen.“
Mutige Reformen statt einfacher Lösungen
Gemeinsam mit Seniorenbund-Präsidentin Korosec fordert Schwindsackl echte strukturelle Reformen statt immer neuer Belastungen für Pensionistinnen und Pensionisten: „Mutige Politik bedeutet, visionär zu denken und soziale Fairness sicherzustellen.“
Abschließend betont Schwindsackl: „Wer immer nur den einfachsten Weg geht und bei den Pensionen ansetzt, gefährdet nicht nur die Lebensqualität hunderttausender Menschen, sondern auch jene unbezahlbare ehrenamtliche Leistung, die unsere Gesellschaft zusammenhält. Das können und werden wir nicht hinnehmen.“