Dämmerungseinbrüche

Während die Zahl der klassischen Wohnhauseinbrüche in Österreich seit Jahren rückläufig ist, verzeichnet die Kriminalstatistik bei Kellereinbrüchen eine gegensätzliche Entwicklung. Besonders in der Dämmerungszeit und in städtischen Ballungsräumen steigt das Risiko.

Mit der Zeitumstellung am 25. Oktober beginnt für Einbrecher wieder die Hochsaison. Insbesondere zwischen November und März nutzen sie die frühen Abendstunden von 16:00 bis 21:00 Uhr für ihren Beutezug. Die statistisch riskantesten Tage sind Freitag und Samstag, da Einbrecher hier vermehrt mit der Abwesenheit der Bewohner rechnen.

Die aktuelle Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes belegt für 2025 einen deutlichen Trend: Während Einbrüche in Wohnungen und Häuser um 1,5 Prozent sanken und sich damit seit 2016 fast halbiert haben, stiegen die Anzeigen bei Kellereinbrüchen bundesweit um 7,8 Prozent auf über 10.000 Fälle an. In der Steiermark, insbesondere im Raum Graz und Graz-Umgebung, zählen Keller mittlerweile zu den häufigsten Tatorten. Grund dafür ist meist deren mangelhafte Sicherung wodurch teure E-Bikes, E-Scooter und hochwertiges Werkzeug etc. zur leichten Beute werden.

So machen Sie es Einbrechern schwer:

Die gute Nachricht: Einbrecher suchen den schnellen Erfolg. Hält eine Sicherung länger als drei bis fünf Minuten stand, geben die meisten Täter auf.

Sicherheits-Tipps für den Kellerbereich:

  • Sichtschutz: Verkleiden Sie die Holzlatten Ihres Kellerabteils von innen mit blickdichten Planen oder Karton. Täter brechen selten „auf gut Glück“ ein, wenn sie das Risiko nicht abschätzen können.
  • Investieren Sie in Schlösser: Ersetzen Sie einfache Vorhängeschlösser durch zertifizierte Diskus- oder Bügelschlösser. Bolzenschneider stoßen hier schnell an ihre Grenzen.
  • Doppelt hält besser: Schließen Sie teure Fahrräder auch im Keller an festen Bauteilen (z. B. Wandankern) an. Entfernen Sie Akkus und Displays von E-Bikes und anderen Gerätschaften und lagern Sie diese in der Wohnung. Ohne diese sinkt der Wiederverkaufswert für Diebe massiv.
  • Hauseingang sichern: Achten Sie darauf, dass Kellertüren und Hauseingänge in Mehrparteienhäusern stets versperrt sind und lassen Sie Fremde beim Hineingehen ins Haus nicht mithinein „rutschen“.

Tipps für den Wohnraumschutz:

  • Licht als Abschreckung: Bewegungsmelder und gute Außenbeleuchtung sind die natürlichen Feinde der Dämmerungseinbrecher.
  • Keine Kletterhilfen: Leitern, Mülltonnen oder Gartenmöbel sollten niemals frei zugänglich sein. Sie dienen Gelegenheitseinbrechern oft als „Aufstiegshilfen“ ins Obergeschoss.
  • Werkzeug wegräumen: Lassen Sie kein Gartenwerkzeug draußen liegen. Täter nutzen Schaufeln oder Stemmeisen als Hebelwerkzeug für Fenster und Türen.
  • Kein Ersatzschlüssel im Freien: Verstecke im Nahbereich der Türe wie unter Fußmatten oder Blumentöpfen sind allgemein bekannt und bieten Tätern einen schlüssellosen Zugang.
  • Anwesenheit simulieren: Nutzen Sie Zeitschaltuhren oder TV-Simulatoren. Ein beleuchtetes Haus ist für Einbrecher unattraktiv.
  • Keine gekippten Fenster: Gekippte Fenster sind für Profis offene Fenster. Wenn Sie das Haus verlassen, schließen Sie alles.
  • Mechanik vor Elektronik: Investieren Sie vorrangig in hochwertige mechanische Riegel und Sicherheitsschlösser, bevor Sie Alarmanlagen installieren. Ziehen Sie die Wohnungstür nicht nur ins Schloss, sondern sperren Sie diese zweimal ab. Nur so ist eine vollständige Verriegelung gegeben und Sie sind auch in punkto Versicherungsschutz auf der sicheren Seite.
  • Social Media: Urlaubsfotos auf öffentlichen Social Media-Profilen sind eine digitale Einladung an Einbrecher.

Wichtig für die Versicherung: Erstellen Sie ein Eigentumsverzeichnis mit Seriennummern und Fotos Ihrer Wertsachen. Nur so kann die Polizei nach einem Diebstahl effektiv fahnden und die Versicherung den Schaden ordnungsgemäß regulieren.