In der Steiermark beginnt wieder das Schulleben – und mit ihm sind viele Großeltern damit wieder stark als bewährte Betreuer gefragt. Bundesrat Ernest Schwindsackl, Landesobmann des Steirischen Seniorenbundes: „Omas und Opas erbringen damit eine monetäre Leistung, die viel mehr Wertschätzung in unserer Gesellschaft verdient!“
Der September bringt nicht nur den Schulbeginn, sondern auch eine stille, oft als selbstverständlich betrachtete, große Mobilisierung: Omas und Opas, in der Mehrzahl natürlich Senioren/innen, übernehmen wieder höchst verlässlich Enkel-Service aller Art, springen ein, wenn Eltern bei der Arbeit sind, und halten mit großem Einsatz das soziale Gefüge der Familie zusammen.
Die Generationsbefragung von Statistik Austria lieferte beeindruckende Zahlen und Fakten zu diesem Thema: Rund 60 % der Großeltern, also etwa zwei Drittel, übernehmen regelmäßig Betreuungsaufgaben für ihre Enkelkinder.
„Auch wenn das Opa und Oma meistens sehr gerne tun – es ist kein Freizeitvergnügen, sondern ein enormer Beitrag zum Funktionieren unserer Gesellschaft“, sagt LO Schwindsackl. Man stelle sich vor, diese erbrachten Leistungen müssten von professionellen Kräften übernommen werden, – unser Sozialsystem wäre heillos überfordert.
Der Landesobmann nimmt in diesem Zusammenhang auch Bezug auf ein aktuelles Thema: „In unserem Land wird wieder einmal heftig über Pensionen diskutiert – über Anpassungen, Finanzierungslasten und manch Anderes. Oft schwingt dabei der Unterton mit, ältere Menschen seien primär ein Kostenfaktor. Dem müssen wir vehement widersprechen!“
Schwindsackl weiter: Ich ärgere mich immer wieder über Aussagen, dass die Pensionen ein Loch reißen würden. Aber kaum jemand redet über die gewaltigen Leistungen, die wir Älteren schon erbracht haben und tagtäglich noch einbringen. Ob Kinderbetreuung, Pflege oder Ehrenamt – das alles spart viel Geld und macht unser Land menschlicher.“
Für viele Senioren/innen sei die anstehende Pensionsanpassung von rund 2,7% keine abstrakte Zahl, sondern eine existenzielle Frage. Schwindsackl: Wir reden über Menschen, die ein Leben lang gearbeitet und ins System eingezahlt haben, Kinder großgezogen und auch nach dem Erwerbsleben noch enorme Beiträge leisten. Sie verdienen Respekt und finanzielle Sicherheit – nicht Misstrauen, Neid und altersdiskriminierende Maßnahmen.“
Rund ein Drittel aller freiwilligen Arbeitsstunden kommt von Menschen über 60 Jahren. In der Steiermark sind dies rund 362.000 Personen! Sie engagieren sich auch bei der Feuerwehr, Rettung, im Sportverein, in der Kultur, in der Nachbarschaftshilfe und in den Seniorenverbänden EHRENAMTLICH! Wenn wir Senioren/innen morgen die Arbeit niederlegen würden, käme das öffentliche Leben in vielen Regionen ganz schnell zum Stillstand, warnt der Seniorenlandesobmann!
Wer nur auf die Kosten schaut, sieht nur einen Teil der Wahrheit. Wir Senioren/innen sind kein Belastungsfaktor, wir sind ein Rückgrat dieser Gesellschaft! Bundesrat Schwindsackl plädiert für eine neue Kultur der Anerkennung: „Wir wollen nicht als „Altlast“ gesehen werden, sondern als Ressource, die Erfahrung, Zeit und Herzblut einbringt.“
Mit Blick auf das neue Schuljahr richtet Schwindsackl einen Appell an Politik und Gesellschaft: Wir bringen Kinder sicher nach Hause, helfen bei den Hausaufgaben, hören zu und sind da, damit viele Mütter wieder in die Vollarbeitszeit einsteigen können!