Freundlicherweise hat sich der Autor, Historiker und Volkskundler Prof. Dr. Ernst Lasnik bereit erklärt, mit den Mooskirchner Senioren einen Teil des Bezirkes mit seinen Augen sehen zu können.

Erstes Ziel war die dem Hlg. Nikolaus geweihten Pfarrkirche Stallhofen. Die Kirche ist das älteste erhaltene Gebäude des Ortes. Sie weist Baustile aus 3 Epochen (Romantik, Spätgotik, Barock) auf. Der älteste Teil mit einer hölzernen Flachdecke zwischen Turm und Vorderschiff, ursprünglich romanisch, um 1520 durch ein gotisches Gewölbe ersetzt zu werden. In dieser Zeit kam auch das Presbyterium dazu. Ende 16., Anfang 17. Jahrhundert wurde ein 45 Meter hoher, mit Schießscharten ausgerüsteter Wehrturm errichtet. Heute ist der Turm auch gleichzeitig der Kirchturm.
Rund um die Kirche befinden sich zahlreiche Römersteine, die Baumeister Johann Trost bei Renovierungsarbeiten anlässlich der Renovierungsarbeiten aus den alten Mauern des Kirchengebäudes ins Licht der Öffentlichkeit brachte.


Anschließend besuchten wir den Erlebnispark Zangtal. Kraftlackel Leopold mit seinen beeindruckenden Maßen. Abgesehen von kleinen Abnützungserscheinungen präsentiert sich der Koloss, der nach seiner „Pensionierung“ 2004 im Voitsberger Zangtal eine neue Heimat gefunden hat, gut in Schuss und ist auch noch fahrbereit, wie er bei einem kurzen Standortwechsel vor vier Jahren bewiesen hat. Die Rede ist vom Schaufelradbagger Leopold, der mit 560 Tonnen Gesamtgewicht, 12 Meter Höhe, einem Dutzend Meter Breite und 45 Meter Länge in der Bergbauerinnerungsstätte Zangtal in Voitsberg unübersehbar ist. Von österreichischen Firmen gebaut.

Außerdem erfahren wir von einem Weltenbummler namens August Zang. In Paris führte er das Pain Viennois ein, wandte sich der Journalistik zu. Gründete nach Wien zurück die Zeitung „Die Presse“. Er verkaufte sie nach verschiedenen Differenzen die Zeitung und investierte sein Kapital im heutigen Voitsberg in die dort vorhandenen Bergwerke.

Nächster Halt vor dem Rathaus Voitsberg. Dieses wurde an seinem jetzigen Standort in den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts erbaut. Im Jahr 2002 gestaltete Arik Brauer die Fassade mit in Bildsprache umgesetzten Sinnsprüchen.

Ein Besuch der St. Michael Kirche. Diese Kirche ist im Kern spätromanisch (13. Jh.) und verfügt über einen mächtigen Chorquadratturm. Sie wurde in der Gotik erweitert (Chor, 14 Jh.) und umgebaut (Langhaus, 2. Hälfte 15. Jh.). Außerdem war sie Pfarrkirche für den Stadtbereich von 1443 bis 1816. Unter der Orgelempore wurde 1998 mit qualitätsvollen Römersteinen aus dem Voitsberger Raum ein Lapidarium eingerichtet. An der Südseite befinden sich eine (in Teilen) spätgotische Lichtsäule sowie das 1927/28 von Franz Josef Unterholzer geschaffene bemerkenswerte Kriegerdenkmal und eine Gedenkstätte für die Verfolgten und Opfer der NS-Zeit.
Als wichtiger Handelsort im Mittelalter (bis um 1493) entstand ein eigenes Judenviertel mit einer Synagoge. Seit mindestens 1578 sind in diesem Haus (heute Hauptplatz 5) Bierbrauer nachweisbar.
Ein herrliches Mittagessen wurde den historisch Interessierten im Gasthaus „Zur alten Post“ angeboten.
Die Burgruine Obervoitsberg zählt zu den schönsten Veranstaltungsorten in der Lipizzanerheimat. Egal ob ein Konzert, Theater oder Kulinarische Feste besucht wird, es ist immer ein Erlebnis und bleibende Erinnerungen. Die Geschichte der Burg reicht bis in das Jahr 1164 zurück, als sie im Auftrag des steirischen Landesherren Ottokar IV. auf einer Grundfläche des Stifts St. Lambrecht erbaut wurde. Die erste urkundlich belegte Namensnennung der Burg war 1183.

Den Abschluß bildete ein Rundgang im hinteren Bereich der Stadt. Dabei besuchten wir den Karner Durchgang von der Kreuzgasse zum Hauptplatz durch einen Innenhof vorbei an einem zugemauerten Geheimgang Richtung Burg.