Einsamkeit im Alter ist ein wachsendes Problem mit teils dramatischen Folgen für die Gesundheit, Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe vieler älterer Menschen. Ihr müsse mit der gleichen Ernsthaftigkeit entgegengetreten werden wie anderen Gesundheitsrisiken, fordert Landesobmann Bundesrat Ernest Schwindsackl.
„Einsamkeit ist kein Randphänomen, sondern betrifft hunderttausende Menschen – auch in der Steiermark“, warnt Landesobmann Bundesrat Ernest Schwindsackl. Studien geben ihm Recht: 2023 fühlten sich laut Caritas 31 Prozent der über 75-Jährigen regelmäßig einsam, fast 40 Prozent bekommen nur selten Besuch.
„Einsamkeit ist eine schleichende Gefahr, sie verursacht seelisches Leid und erhöht das Risiko für Demenz, Depressionen und sogar die Sterblichkeit“, so Schwindsackl. Der Verlust von Partnern, eingeschränkte Mobilität, finanzielle Sorgen oder der fehlende Zugang zu digitalen Kommunikationsmitteln lassen viele Seniorinnen und Senioren aus dem sozialen Leben fallen. Gerade ältere Menschen in urbanen Gebieten sind überdurchschnittlich häufig betroffen – trotz Angebotsvielfalt. Die Gründe: sie leben häufiger allein, haben oft keine sozialen Netzwerke und zu wenig Informationen über die Angebote. Im ländlichen Raum wiederum fehlen oft Infrastruktur, öffentliche Anbindung und digitale Unterstützung.
Um wirksame Gegenstrategien zu entwickeln, fordert der Steirische Seniorenbund zwei konkrete Maßnahmen:
- Regionale Koordinationszentren, um Angebote zu bündeln und Betroffene sowie Angehörige aktiv zu unterstützen.
- Eine Forschungsoffensive, um regionale Unterschiede, Ursachen und Langzeitfolgen besser zu verstehen und zielgerichtet zu handeln.
Gleichzeitig betont Schwindsackl: „Wir wollen nicht nur fordern, sondern verstehen uns auch selbst als Teil der Lösung.“
Seit seiner Gründung 1965 engagiert sich der Steirische Seniorenbund aktiv gegen soziale Isolation. Mit rund 270 Ortsgruppen in der gesamten Steiermark schafft der Verein Räume für Gemeinschaft, Begegnung und Austausch. Auf dem Programm stehen Reisen, Wanderungen, Radtouren, Turngruppen, Skitage, Kegeln, Ausflüge, Kulturveranstaltungen, Sprach- und Computerkurse sowie gesellige Nachmittage, organisiert von Ehrenamtlichen vor Ort. Das Ziel: soziale Kontakte pflegen, neue Freundschaften schließen und dabei körperlich wie geistig aktiv bleiben.